Was einen Wert hat, hat auch einen Preis. Was eine gute Bewertung hat, muss diesen Preis aber noch lange nicht wert sein. Diese Erfahrung mussten auch wir machen, als wir auf die Masche eines Schlüsseldienstes hereingefallen sind. Unsere Story zeigt auf, wie du auf Google, Amazon und Co falsche Bewertungen erkennen kannst. Unsere simple „CHECK Methode“ hilft dir, das Risiko von Fehlkäufen zu minimieren.

 

Falsche Bewertungen erkennen mittels CHECK-Formel

First things first. Um dir den Weg zu unseren konkreten Tipps zu erleichtern, stellen wir gleich zu Beginn unsere Formel vor. Die CHECK Methode enthält fünf Punkte, mit denen du Fake Bewertungen besser erkennen kannst. Eine genaue Beschreibung der einzelnen Punkte findest du weiter unten im Text. Zuvor wollen wir dir aber schildern, wie wir persönlich Zeugen von falschen Bewertungen auf Google wurden.

CHECK Methode zum Erkennen von falschen Bewertungen

Fake Bewertung als Schlüssel zum Misserfolg

Unser Erlebnis liest sich wie ein Krimi. Spätabends, nach einem anstrengenden Arbeitstag, kamen wir nach Hause. Die Tür hatten wir bereits aufgesperrt, der Schlüssel steckte schon im Wohnungsinneren. Doch halt! Wir hatten noch etwas im Auto vergessen. Also schnell noch einmal hinunter in die Garage, Tür zu, Lift auf und… Mist! Ausgesperrt. So schnell kann’s gehen mit dem Aussperren. Und wie schnell es gehen kann mit einer falschen Bewertung im Internet, sahen wir wenig später.

Okay, Google: „Suche Schlüsseldienst in Wien!“

Zum Glück hatten wir das Smartphone in der Hosentasche. Somit musste nur Google für eine rasche Suche nach dem vertrauenswürdigsten Schlüsseldienst in Wien herhalten. Skeptisch wie wir sind, verglichen wir natürlich die Bewertungen der Anbieter. Viele hatten Top-Ratings, meist sogar nahe an der Bestnote „5“. So fiel unsere Wahl schnell auf einen sympathisch klingenden Anbieter mit der Bewertung 4,8.

Totaler Reinfall trotz telefonischer Abklärung

Was folgte, war pure Enttäuschung. Trotz telefonischer Abklärung eines Fixpreises von 95 Euro verlangte der Techniker vor Ort 160 Euro. Grund für die Differenz waren Zuschläge, etwa für das Öffnen einer Sicherheitstür. Diese Aufpreise waren uns allerdings vorher am Telefon verschwiegen worden. Der Servicemitarbeiter am Telefon empfahl uns lediglich: „Schauen Sie auch auf unsere Website!“

Wie wir Fake Bewertungen auf die heiße Spur kamen

Zornig verfassten wir eine Bewertung auf Google. Dabei war es uns wichtig, den Sachverhalt sachlich zu schildern. Als Rating gaben wir lediglich eine „1“, was auf Google einem „Nicht Genügend“ entspricht. Wenig später passierte das schier Unglaubliche. Die Geschäftsführung des Schlüsseldienstes meldete sich per Mail bei uns. Anstatt sich für die unlautere Geschäftspraktik zu entschuldigen, machte sie uns ein noch unmoralischeres Angebot.

160 Euro für bessere Bewertungen auf Google!

„Wenn Sie Ihre Bewertung löschen, zahlen wir Ihnen die vollen 160 Euro zurück. Wir freuen uns, wenn Sie uns eine Top-Bewertung geben“, so der Deal. Wir lehnten dankend ab und entschieden uns für einen Blogartikel. So weit unsere wahre Begebenheit

Out of the box

Die CHECK-Formel schnell erklärt  

Wir wollen, dass du dir diesen Ärger ersparst. Mit wenigen Schritten kannst du dank unserer CHECK-Formel falsche Bewertungen erkennen. Das gilt für Google, aber ebenso für Amazon und sämtliche andere Online-Plattformen. Denn die Betrüger nutzen immer dieselben Maschen. Um diese zu enttarnen, musst aber ein bisschen „out of the box“ denken. Daher das nette Bild oben. Im Folgenden findest du jeden der fünf Punkte unserer Formel erklärt.

Comparison: einfache Vergleiche können Betrug aufdecken

Oftmals sind schon Zahl und Datum der Bewertungen ein Hinweis auf Betrug. Deshalb lohnt es sich immer, kritische Fragen zu stellen. Ist die Anzahl der Bewertungen logisch? Unterscheidet sie sich verdächtig stark von einem identen Produkt eines anderen Anbieters?

Als Beispiel nehmen wir eine Nagelfeile her. Diese wird seit einer Woche auf Amazon angeboten. Dennoch hat sie schon 2.000 Bewertungen. Andere Anbieter mit derselben Feile sind davon weit entfernt, obwohl sie das Produkt seit Monaten anbieten. Hier könnte man als kritischer Kunde also schon mal skeptisch werden.

How? Achte auf die Formulierung!

Wenn ein Produkt fast ausschließlich 5-Sterne-Bewertungen hat, ist bereits Vorsicht angebracht. Hier siehst du dir am besten einige Reviews stichprobenartig durch. Sobald eine Bewertung verdächtig viele Superlative, Heroisierungen und Lobeshymnen aufweist, ist Vorsicht angebracht. Oder würdest du selbst allen Ernstes behaupten, dass eine Nagelfeile dein Leben verändert hat? Dass sie das Beste ist, was dir im Leben passiert ist. Und dass du sie heiraten willst. Wohl kaum!

Editor: Vorsicht, Fake-Autoren unterwegs!

Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent aller Bewertungen gefälscht sind. Oftmals verraten fantasievolle Synonyme einen Fake-Autor. Doch allein der Name ist noch kein ausreichendes Indiz. Deshalb empfehlen wir dir, die Verfasser von Bewertungen ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Schreibt er oder sie nur süßholzraspelnde 5-Sterne-Bewertungen, dann ist wohl etwas faul. Auch, wenn er oder sie nur eine einzige Bewertung verfasst hat, kann das ein Indiz für Fake sein.

Confidence: Wem kann man noch vertrauen?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das gilt natürlich auch, wenn man falsche Bewertungen erkennen will. Deshalb schafft eine kleine Recherche meist Abhilfe. Generell sollten wir eher so genannten „trusted brands & shops“ vertrauen. Das sind Marken und Shops, die als vertrauenswürdig gelten. Konkret heißt das: bei einem iPhone sind 2.000 positive Bewertungen glaubwürdiger als bei einer unbekannten Nagelfeile.

Keywords: falsche Bewertungen erkennen anhand verräterischer Phrasen

Dieser Tipp kam bereits im „How?“ ansatzweise vor. Allerdings ist er derart hilfreich und wichtig, dass wir ihm einen eigenen Absatz widmen. Achte auf einseitige Formulierungen, sowie heroisierende Phrasen und Superlative. Hier ein paar mögliche Beispiele:

  • „Das Produkt hat mein Leben verändert.“
  • „Bestes Produkt am Markt.“
  • „Seit ich das Produkt habe, ist alles besser.“
  • „Hier bekommt man noch was für sein Geld!“
  • „Wer das nicht kauft, dem kann man nicht mehr helfen.“
  • „Das genialste Angebot ever! Must have!
  • „Ich hab gleich 10 davon gekauft. Für meine ganze Familie!“

Aber auch negative Bewertungen können Fake sein. Nämlich dann, wenn sie einen Anbieter schlechtreden und für einen Konkurrenten werben.

Tipp zum Schluss: Verifizierte Käufe

Mit unserer CHECK Methode hast du einen guten Helfer beim Online-Shopping. Ein Tipp aber noch für dich: Vertraue auf Amazon eher so genannten „verifizierten Käufen“. Hierbei handelt es sich um eine Art Nachweis, dass der Verfasser das Produkt auch gekauft hat. Nicht verifizierte Käufe sind oft manipuliert.

In diesem Sinne: Happy Shopping! Und lass dich nicht über’s Ohr hauen.

Infolinks:

Fotos: diebesten.at | Montage Titelbild: diebesten.at, pixabay (Humusak)

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